Sheshiva

Tierhilfe  4. Teil

Lilli lebte ehemals in Kroatien auf der Straße, wo sie eingefangen wurde und in die Tötung kam. Im Juli 2011 durfte sie dann mit uns nach Deutschland auf ihre Pflegestelle einreisen. Nach 3 Monaten übernahm die Pflegestelle Lilli dann auf Endstelle und es sollte für sie ein neues und total glückliches Leben beginnen. Doch wie so oft kam es anders und Lilli wurde krank. Oktober Tierarztbesuch aufgrund von Einblutungen, schlechten Blutwerten und schlechten Allgemeinbefinden 3 Wochen Behandlung durch den Tierarzt vor Ort, Blutwerte fallen und steigen 8 Tage Aufenthalt in der Tierklinik Diagnose: Autoimmunkrankheit (Rote Blutkörperchen werden durch weiße zerstört); Beginn der Behandlung, zeitweise immer wieder auftretender Abfall der roten Blutkörperchen, steigen aber immer wieder. 1 Woche Später: Kontrolle in der Tierklinik, wiederum 1 Woche Später erneute Kontrolle, dann alle 2 Wochen Januar : Blutwerte fallen stark, Medikamente werden erhöht Februar: 2. Aufenthalt in der Tierklinik Diagnose: akute Bauchspeicheldüsenentzündung aufgrund einer Unverträglichkeit bzw. Nebenwirkung eines der verordneten Medikamente, Dauer des Aufenthalts:4 Tage Umstellung auf ein anderes Medikament, Blutwerte im oberen Bereich 2Wochen später: Kontrolle der Blutwerte < erneuter Abfall der roten Blutkörperchen 1 Woche später: Erneut weiterer Abfall der roten Blutkörperchen Beginn von blutigen Stuhlgang, Anruf bei der Tierklinik Rat zu örtlichem Tierarzt zu gehen um Blutwerte zu kontrollieren Vorstellung bei der örtlichen Tierklinik Dr. Ostermann, Blutkontrolle, Tierarzt hat Verdacht des Shunt 2 Tage später: Erneute Vorstellung beim Tierarzt, Ultraschall der Leber und Gallenblase. Keine Konkrete Diagnose durch Ultraschall, leichte Schäden an der Leber zu sehen, Abnahme von Blut für Labor 4 Tage später: Test der Leber und Gallenfuktion. 2 Tage später: Diagnose steht fest, Lilly hat einen angeborenen Leberschaden, einen sog. Lebershunt.



Lilly wurde in der Lesia Klinik operiert. Die Überlebensrate lag bei 90%. Ein Jahr später bekam Kathi folgenden Brief:
„Schöne Grüße aus dem verschneiten Hamm wünsch ich allen von Tierwald und denen, die vorletztes und letztes Jahr für mich gebetet haben! Wie man sieht hat es genützt! Bin zwar noch nicht ganz gesund, aber auf einem guten Weg! Und es hat sich gelohnt mich zu retten, sowohl aus der Tötung als auch in meiner Krankheit! Der Meinung sind alle! Könnt mich ja mal besuchen! Ich und meine Familie würden uns freuen! Und dann würdet ihr live sehen, was für eine tolle, süße und ein bißchen verrückte Lilly ihr gerettet hab und wie toll ich mich entwickelt hab! Eure Lilly“

Sylvia Martin-Zippel berichtet über Rony, den Kathi in Kroatien aus der Tötung holte, dort mit einem Trümmerbruch abgegeben wurde. Seit nahezu 6 Monaten ist Rony nun bei mir auf Pflege, und ich möchte jetzt, im August 2012, mal einen Zwischenbericht schreiben, damit die Spender einen Überblick haben, was in den letzten Monaten geschehen ist.

Er kam im März als Notfall zu uns auf PS. Wir wussten natürlich, dass er einen verheilten Trümmerbruch hat, der, wovon wir alle ausgegangen sind, nicht mehr behandlungsbedürftig war. Er kam mit dem Zusatztransport, den Karthrin, Fiona und ich von Overath aus organisiert haben. Wegen seiner Verletzung hatten wir für ihn eine grössere Box vorgesehen. Als wir die dann ausluden, haben wir keinen Hund sehen können. Rony hatte sich in die hinterste Ecke verkrochen und knurrte und fletschte uns nur an. Wir versuchten ihn zu beruhigen, aber das machte die ganze Sache nur noch schlimmer. Also Kiste vorsichtig ins Schlafzimmer und Zimmerverbot für alle Zweibeiner! Das war vormittags. Am frühen Abend saß der arme Kerl dann immer noch in der Kiste. Erst später, nachdem es im Haus ruhiger geworden war, ich saß auf einem Stuhl, stupste mich von hinten plötzlich und völlig unerwartet vorsichtig eine Hundenase an. Von da an versuchte Rony langsam, aber kontinuierlich, Kontakt aufzunehmen. Anfassen ließ er sich nur sehr zögerlich und wenn, dann nur von unten am Kopf. Die Hand von oben stellt heute noch eine Bedrohung für ihn dar. Fressen wurde nur so verschlungen und die Hand gleich mit, wenn man ihm ein Lekkerli geben wollte. Durch den Garten flitzte er nach einigen Tagen und nahm auf seinen 3 gesunden Beinen jedes Hindernis. Vor den anderen Hunden hatte er auch Angst - wohl aus Sorge, jemand könne seinem verletzten Beinchen zu nahe kommen. Er hat aber nie aufgejault oder gejammert - Schmerzen zeigen, heisst Schwäche und die kann tödlich enden. Als er dann nach einigen Wochen begriffen hat, dass sein Leben sich wohl gewendet hat, schrie er immer wieder auf, wenn er durch die Gegend lief und hielt dann sein Beinchen so, als wolle er es uns zeigen. Zum Tierarzt konnten wir aber noch nicht wirklich - dafür fehlte denn doch noch sein Vertrauen. Schließlich konnten wir ihn weder auf den Arm nehmen noch ihm ein Halsband anziehen. Bei dem Versuch lief er sofort weg oder schnappte. Nach einiger Zeit und viel Geduld klappte aber auch das. Nun konnten wir endlich mit ihm zum TA. Das Beinchen musste dann natürlich sofort geröntgt werden. Etliche Zeit und Fehlversuche später, konnten wir dann doch noch Bilder schiessen und anschauen. Dort, wo sich normalerweise Knochenmasse hätte bilden müssen, war nur Knorpelgewebe. Dadurch stand der Knochen in ständiger Bewegung, was natürlich höllische Schmerzen verursachte. Dann kam noch hinzu, das das Knorpelgewebe immer weiter wucherte, so das es in absehbarer Zeit das Bein an der Bruchstelle aufbrechen würde. Wir bekamen dann Schmerzmittel für ihn und die Aufforderung, ihn umgehend in einer Spezialpraxis operieren zu lassen. Daraufhin machten wir einen Termin bei Frau Kienzel in Aachen - die OP sei nämlich so kompliziert, dass nur wenige sie durchführen könnten. Bei der OP stellte sich dann noch heraus, das der Trümmerbruch so gut wie gar nicht verheilt war. Frau Kienzel dachte erst noch, er sei frisch - da war Rony aber schon fast 8 Wochen bei uns. Und dann musste noch wesentlich mehr Knochenmasse entfernt werden als zunächst gedacht, da alles zertrümmert war. Zunächst dachte Frau Kienzel ja auch, die Platte könne zeitlebens bleiben. Das war aber bei der Grösse der Platte dann unmöglich. Nach der OP hatte ich dann zunächst Sorge, das Rony sein Vertrauen uns gegenüber wieder verlieren würde - schliesslich hatten wir ihm ja mit der OP nun auch wieder enorme Schmerzen zugefügt. Aber sein Blick, als er nach der OP das erste Mal die Augen aufschlug, zeigte schon enorme Dankbarkeit. Er schlug immer wieder kurz die Augen auf, sah, das ich neben ihm saß und schlief dann beruhigt weiter. Hier auch noch einmal ein herzliches "Danke" an Kathrin, die die ganze Zeit bei uns war und uns- vor allem mich- damit auch enorm unterstützt hat. Die ganzen "Verband- Abwerf- Aktionen" habt ihr ja vielleicht bei WKW verfolgt.Wirklich alleine lassen können wir ihn immer noch nicht. Anfangs hat er sich ja dann sofort von seinem Verband befreit, und mittlerweile, versucht er schon, sich selbst der Platte zu entledigen. 2 Schrauben liegen direkt unter der Haut und die ganze Platte ist so gross, das er sein Bein nicht wirklich beim Laufen nutzen kann. Noch ist der Knochen aber nicht durchgeheilt. Deshalb muss sie noch bleiben. In 2 Monaten wird wieder geröntgt und dann entschieden, ob sie heraus kann. Sie muss aber auf jeden Fall wieder heraus operiert werden. Er kann sein Bein so nicht wirklich nutzen und würde sich früher oder später einmal alles aufbeissen. Wir lassen ihn erst seit 2 Wochen ohne Kragen schlafen- gut bewacht neben uns im Bett. Eigentlich lässt er alles recht geduldig über sich ergehen, aber eben nur, wenn er nicht alleine ist. Man kann ihn mittlerweile überall hin mitnehmen. Wenn er bemerkt, dass wir gehen wollen, kommt er schon kläffend und schwanzwedelnd an. Man kann ihn aber immer noch nicht gut anleinen. Er will sich nicht festhalten lassen. Ich denke, man hat früher oft versucht, ihn zu fangen. Hat man ihn einmal auf dem Arm, ist es gut und er fühlt sich auch sicher, aber bis dahin..... Wenn wir unterwegs sind, klebt er förmlich an Fiona oder mir. Wenn er dann Angst bekommt, reicht Blickkontakt mit uns aus und schon ist alles wieder gut. Es kommt aber auch immer wieder bei anderen vor, das er plötzlich "mal eben" schnappt, wenn er sich bedrängt fühlt.

Von Branimira haben wir auf dem Grillfest dann auch, nach vielen Spekulationen, seine Geschichte erfahren. Er kam als Welpe an die Kette, die wohl nur ca 1 Meter lang war. Als er die Gelegenheit fand, floh er aus seinem "Zuhause" und wurde zum Streuner. Dann kam letztendlich ein alter Mann mit Stock und schlug mit diesem mit aller Kraft zu. Rony wurde mit unbehandeltem Trümmerbruch in eine Tötung gebracht. Hier wartete er mit - laut Tierarzt- unerträglichen Schmerzen. Als Branimira davon hörte, holte sie ihn zu sich nach Hause. Aber wirklich Kontakt zum Menschen hat er wohl nie aufgebaut. Wer kann ihm das verübeln?

Rony ist jetzt seit gut 5 Monaten bei uns in Deutschland auf PS. Er hat gelernt, das Leben in vollen Zügen zu geniessen und ist dankbar für jede nette Geste und jedes liebe Wort. Dann sieht er so aus, als würde er lachen. so zieht er die Lefzen hoch und zeigt seine weissen Zähne. Er tollt dann mit den anderen Hunden durch den Garten oder begleitet uns freudestrahlend an der Leine. Er hat dann ein so einnehmendes Wesen, das wirklich jeder auf ihn aufmerksam wird und sich mit ihm freut. Er versprüht dann Lebensfreude pur. Es gibt aber auch noch den anderen Rony. Den, der skeptisch und ängstlich dreinschaut, der schnappt und knurrt, wenn er glaubt, man möchte ihn festhalten. Jedes Schimpfen, jedes laute Wort lässt ihn zusammen fahren und erstarren. Auch, wenn er gar nicht gemeint und angesprochen ist. Wenn er etwas anstellt - und das kommt durchaus auch vor- darf man ihn nur ansehen und mit erhobenem Zeigefinger leise "nein" sagen, das genügt. Alles andere wäre zuviel.
Seine Vergangenheit wird Rony wohl nie so ganz vergessen können, aber mit jedem Tag fasst er ein Stückchen Vertrauen mehr und gewinnt die Lust am Leben. Er hat bisher immer für sein Überleben kämpfen müssen und nie aufgegeben. Und wenn er sich gut fühlt, ist seine Lebensfreude so ansteckend. Letztlich können wir alle etwas von dem kleinen Kerl lernen. Man sollte nie aufgeben, dann wird sich schon ein Weg finden. Und es sind die Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen - man muss sie nur erkennen. Dann kann man das Leben insgesamt auch in vollen Zügen geniessen. Eines Tages wird auch- mit viel Liebe und Geduld- bei Rony die Lebensfreude überwiegen und seine Vergangenheit immer mehr in den Hintergrund drängen. Hierfür braucht er aber ein schmerzfreies Leben. Das wir er, wenn alles ausgestanden ist, dann auch haben.

Bela Mia wurde im Tierheim ganz schlimm gebissen und verletzt.. Nun durfte sie am 23.10.2012 nach Deutschland auf ihre Pflegestelle ausreisen. Unsere Pflegestelle Renate und Oliver betreuen die Kleine, sowohl seelisch als auch körperlich, damit ihre Wunden ganz schnell verheilen und sie wieder ein ganz normales Leben führen kann. Bela Mia ist ein total freundliches und geduldiges Hundemädel und sie hat es so sehr verdient, ihre schlimmen Erfahrungen ganz schnell wieder zu vergessen. Der erste Tierarztbesuch erfolgte am 24.10.12 und es steht fest, sie muss operiert werden. Hierfür sind wir wieder auf die Hilfe von vielen Spendern angewiesen.



Die Fotos mit den schlimmen Verletzungen wollen wir hier nicht zeigen. Sie wurde erfolgreich operiert und über den Narben ist heute das Fell gewachsen.

Im Januar 2013 bekamen wir wieder einen neuen, schlimmen Notfall bei uns. Hope, die Welpe von Billa, die jetzt mit ihren 2 Welpen Hope und Billy bei Michele Bossert sind. Alle 3 kommen aus unserem Tierheim in Kroatien. Hope kam mit einem Geburtsfehler auf die Welt. Das rechte vordere Beinchen kann zum Laufen kaum benutzt werden. Michele Bossert schrieb:
Hallo Kathi, bin gerade aus der Klinik Zuhause angekommen und bin echt niedergeschlagen. Die Prognosen des Dr. von Klopmann (aus Trier :-) ) sind auch nicht so toll. Zunächst zur Entstehung: entweder ist es durch Gewalteinwirkung entstanden oder es ist eine Missbildung, die nicht korrigierbar wäre. Die Röntgenbilder zeigen, dass Elle und Speiche nicht parallel verlaufen, dass Gelenk rausgesprungen und verdreht ist. Fakt ist, dass es so, wie es ist, nicht bleiben kann.



Um genaueres zu sehen, muss ein CT gemacht werden. Danach könnte evtl schon entschieden werden, ob es eine Korrektur des Gelenkes, eine Versteifung oder eine Amputation geben wird. Ansonsten wäre der OP-Verlauf abzuwarten.
Sollte sich die Möglichkeit einer Gelenkerhaltung ergeben, liegen die Chancen bei 30 %. Der Doc macht mal einen Kostenvoranschlag fertig.. Sollten nach den Erhaltungsmassnahmen doch eine Amputation infrage kommen, wären die Kosten etwas reduzierter. Geraten hat er mir allerdings, die OP am besten schon nächste Woche vorzunehmen, also so schnell wie möglich. Ich verdaue das alles erst mal. Das arme Ding! Liebe Grüße, Michele. Dienstag, den 22.01.13 war es dann soweit! Die kleine Hope konnte dank der großartigen und schnellen Spenden operiert werden. Wir brachten die Maus um 14.00 Uhr in die Tierklinik Hofheim. Vor dem OP-Termin war ein CT eingeplant , um einen genaueren Befund zu erhalten. Anschließend stand sofort fest, dass es leider keine Möglichkeit gab, Hope´s Beinchen zu erhalten. Der Arzt selbst war darüber sehr traurig. Er hatte sich auf eine andere OP vorbereitet und hätte ihr gerne das Bein erhalten. Niedergeschlagen warteten wir I'm Wartezimmer, bis wir Hope wieder mitnehmen konnten. Vom Aufwachraum hörten wir oft Schreie eines Hundes und waren uns sicher, dass es Hope war. Der Arzt erklärte uns später, dass sie Hope immer wieder in eine andere Liegeposition bringen mussten, damit die Lungenfunktion optimal erhalten blieb.



Das kleine Bündel so vor sich zu sehen zerreißt einem das Herz. Egal wie vorsichtig wir sie auch transportierten, jede noch so minimale Bewegung schien unsagbare Schmerzen zu verursachen. Trotz dieses schlimmen Eingriffs war die Nacht bis auf zwei Stunden ruhig und sie konnte gut schlafen. Auf wundersame Weise ging es ihr schon am nächsten Tag verhältnismäßig gut. Ihr Bruder Billy kümmerte sich so liebevoll um seine Schwester. Er war so vorsichtig und legte immer wieder sein Köpfchen zu ihrem.

Nach vier Tagen hatte Hope bereits die ersten Meter erfolgreich auf drei Beinen hinter sich gebracht. Mittlerweile spielt sie wieder in der Tierwald-Gang (Lana, Bella, Billy und Hope) mit. Sie ist eine besondere Hündin, die ihre Energie auch auf drei Beinen lebensfroh auspowert. Gerade die Art, wie Billy sich um Hope kümmerte zeigt beeindruckend, wie sensibel Tiere sind. Das sollten wir I'm Umgang mit Allen Tieren dieser Welt nicht vergessen!!! Herzlichen Dank Allen Spendern! Hope konnte so ein schöneres und unkomplizierteres Leben ermöglicht werden.